Beiträge von RsQ

    Tja, im modernen Fußball sind Zuschauerzahlen (leider) Nebensache.

    Man muss aber immer auch das Umfeld sehen. In "Löchern" wie Rödinghausen (oder bspw. auch Großaspach) sind deren Zuschauerzahlen sicher respektabel. Und in Großstädten als Nummer 4 an den Start zu gehen (s. Altglienicke oder Türkgücü) zeigt dann eben auch, dass der Bedarf an Leistungsfußball gesättigt ist. Da gewinnt man keine/wenige "Neue" dazu.

    Na mal sehen, ob sich das am sportlichen "Output" ablesen lässt. So richtig "gerissen" hat Hertha ja schon länger nichts mehr.

    Ich teile zwar die These, dass das ein "schlafender Riese" sein könnte, aber die stehen sich m.E. viel zu sehr selbst auf den Füßen.

    (Und mal am Rande: Hertha fehlt m.E. auch die breite Verwurzelung in der Stadt. Für eine 3,x-Mio-Stadt sind deren Zuschauerzahlen mäßig. Und ein Großteil kommt aus dem Umland/dem Osten.)

    Es hat m.W. etwas mit der Kombination aus Spielrecht und Lizenz zu tun. Das Spielrecht hat immer die Mannschaft eines Vereins, die Lizenz hat ein Verein oder eine GmbH. Geht die GmbH pleite, fällt die Lizenz für die jeweilige Liga wohl an den Verein (der ja 50% + 1 Anteile haben muss) zurück. Sofern er die Klasse sportlich/wirtschaftlich nicht halten kann, reicht es aber zumindest, um "legal" eine Liga drunter anzufangen.

    Ich hoffe trotzdem, dass jemand mit noch mehr Sachverstand das nochmal präziser ausformulieren kann.

    ... was soll das bringen? Leistungsfußball ist schon in der 3. Liga kaum mit +/- Null finanzierbar, unterhalb schon gar nicht.

    Die müssten sich vom Stadion trennen und als "normaler" Fußballklub mit gedeckten Kosten weiter unten anfangen (Landesliga, ...). In der OL anzutreten, wäre erneuter Murks: Auch dort gibt es schon gewisse Anforderungen, die man bei ~1.000 RWE-Fans dann vielleicht auch braucht. Aber mit OL-Finanzen ist auch keine RL-taugliche Struktur zu finanzieren.

    Am meisten leid tut's mir für alle, die dort im Nachwuchs hängen (Spieler/Trainer/MItarbeiter). Vielleicht lässt sich aus deren Rest-Substanz etwas entwickeln.

    Drei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz, samt der gemeinsamen Geschichte der letzten Jahre ... Man muss Funkel nicht mögen, aber rein rational finde ich den Schritt erstaunlich. Da haben wohl einige zu viel Muffensausen (oder Angst vor der automatischen Vertragsverlängerung ;)).

    Bis jetzt haben wir ordentlich zugeschlagen bei Neuzugängen und liegen vorne im Vergleich zum Rest.

    Woran machst Du das fest? Ich hätte mir eigentlich 5-6 Neue erhofft, um wirklich nochmal neu starten zu können. Daher bin ich weiter skeptisch.

    Zitat von Sponsors

    „Nach dem Abstiegsjahr und nach dem Ende dieser Saison werden wir einen Verlust von 34 Millionen Euro erwirtschaftet haben.“

    Martin Kind | Geschäftsführer von Hannover 96, über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Abstiegs für den Club

    Es wäre echtes Financial Fairplay (oder auch einfach nur Gerechtigkeit), wenn solche Finanz-Jongleure (noch schlimmer ist da ja der HSV dabei) an ihrem Gebahren scheitern würden.

    ... und dann bin ich aufgewacht. =O

    Es geht ja nicht primär um Jena - es geht darum, dass irgendwann mal jemand wirklich außerhalb der Willkür der Sport"gerichtsbarkeit" eine Beurteilung sucht. Das mal zu klären, käme letztlich allen zugute. Und vielleicht(!) gibt es ja eine Entscheidung, die Drohkulisse und Willkür auf DFB-Seite künftig in die Schranken weisen.

    Und wenn Jena (vielleicht) die ersten damit sind ... so what?

    Lt. MDR Bericht macht Jena nun ernst und zieht vor ein ordentliches Gericht

    Gar nicht mal so dumm. Eh das verhandelt wird, können sportliche Sanktionen als Drohkulisse ("Ha, jetzt ziehen wir euch doch drei Punkte ab!" oder "Ha, wir entziehen euch die Drittliga-Lizenz!") womöglich völlig egal sein. Im Zweifel können die nur gewinnen.

    Man kann von Jena halten, was man will. Aber jeder Klub, der sowas mal wirklich durchzieht, verdient für diese Aktion Respekt. (Gab ja bisher noch keinen ... :D)