Beiträge von RsQ

    Und die Saison neu starten, sobald es richtig geht.

    Es gibt hier wohl kein "Richtig" oder "Falsch". Aber wenn man die Pandemie und ihre Folgen als solche ernst nimmt, könnte das eben auch heißen: Saisonstart Mitte 2023. (wenn es einen Impfstoff gibt und alle durchgeimpft sind). Keine Ahnung, was das für den Profifußball bedeuten würde. Macht man das nicht, geht man in jedem Fall ein Risiko ein - dann aber kann man auch in drei Wochen wieder anfangen.

    Ich bin kein Verfechter von Geisterspielen. Aber im Moment scheint mir die einzige Alternative dann wirklich: 2020 kein Fußball mehr.

    Es gibt da einen ganzen Katalog von Fragen, die vor einen Start zu klären wären. Gehen wir mal davon aus, dass die DFL nicht nur Däumchen dreht. Aber die sind aber letztlich auch der Entscheidung von Behörden unterworfen.

    Lustig wäre bspw. wenn die Hälfte der Bundesländer Geisterspiele erlaubt, die andere aber nicht. ;)

    Dazu dann die (inzwischen) Klassiker: Was passiert, wenn Spieler erkranken? usw.

    Weil man aber zuletzt schon wieder was von "Fliegen zu den Spielen" liest ... würde das nicht den Kreis der Beteiligten und den Aufwand deutlich erhöhen? Könnte man den Herren Vollprofis nicht zumuten, auch mal 'ne Weile im eigenen(!) Bus zu sitzen? Die müssen doch nicht 'ne 1/2 h dem Anpfiff anreisen ...

    ich weiss nicht, was du an bielefeld gefressen hast, aber weder wäre der aufstieg historisch noch mit deren finanzieller vorgeschichte der letzten jahre einschl solidartopf verdient 🤷🏿‍♂️

    Nicht jedes der Beispiele wäre "historisch" (daher schrieb ich auch "teils historischem Ausmaß") - aber doch zumindest eine der "Geschichten" des Fußballs. Ja, wir kennen die Geschichte von Bielefeld, inkl. Solidartopf. Trotzdem darf man es m. E. würdigen, wenn eine Truppe nach elf Jahren - samt Absturz in Liga 3 - die Rückkehr in die BL schafft. Nicht, weil es Bielefeld ist, sondern weil das (trotz Häufung von Durchmärschen in den letzten Jahren) eben nicht der Normalfall ist. Man muss es natürlich nicht.

    Grad nochmal über das Thema "3. Liga abbrechen ja/nein" gestolpert. Beim Blick auf die Tabelle wäre es ein Jammer, wenn diese Saison nicht zu Ende gespielt wird. 'ne halbe Liga noch mit Aufstiegschance ...

    Und als Fußball-Freund allgemein - lässt man mal persönliche Sympathien/Antipathien außen vor - ist es gewissermaßen tragisch, welche Erfolge mit teils historischem Ausmaß "versanden" würden. Egal, ob Liverpool, Bielefeld, Mannheim/Meppen/..., Saarbrücken, Lübeck, ...

    Im Profi Fußball enden viele Verträge im Sommer. Wie soll das dann gehen?

    Das ließe sich ja durchaus verbandsrechtlich regeln, wenn es denn gewollt ist. Der o.g. Verband (Niedersachsen) hat alle Ligen bis zur Oberliga unter sich. Die müssten also das Thema Verträge ebenfalls im Blick haben und würden den Vorschlag vermutlich nicht so ohne Weiteres raushauen, wenn es dafür keine Gedankenspiele gäbe.

    Spontaner Ansatz von mir: Natürlich kann ein Verband nicht in privatrechtliche Arbeitsverträge eingreifen. ABER: Man könnte die Erteilung des Spielrechts so verändern, dass bis zum offiziellen Start einer neuen Saison keine neuen Spielrechte erteilt werden. Damit wären erstmal alle Spieler an ihre aktuellen Klubs "festgenagelt". Dann gäb's die Optionen: Dort spielen oder nicht. Das könnte dann jeder Spieler selbst entscheiden. Und dort, wo's um Geld geht, wäre ja jeder doof, wenn er die (dann ja offizielle) Saison nicht bei seinem aktuellen Klub auch offiziell zu Ende bringt.

    In Niedersachsen schlägt der Verband vor, die Saison bis zum 31.08. zu unterbrechen, danach aber zu Ende zu spielen. Falls es dabei spät(er) wird, soll eher die Saison 2020/21 ausfallen. 2019/20 soll keinesfalls abgebrochen werden.

    Klingt bei näherem Hinsehen gar nicht so dumm. Man hätte ein - irgendwie - normales Saisonergebnis und würde gleichzeitig auch den Druck loswerden, irgendwann bald ja auch die Saison 2020/21 starten zu müssen (samt Vorbereitung) ... obwohl niemand weiß, wie es im Herbst aussieht.

    So richtig funktionieren würde das aber nur, wenn man das auf allen Ebenen so umsetzt. Sonst bricht Verbandschaos aus, spätestens an der Schnittstelle zu den überregionalen Ligen (RL, 3. Liga, DFL-Ligen).

    Warum sollte es nicht gehen, in Afrika wurde wegen Ebola der Fussball mal vier Jahre ausgesetzt.

    Ging es da nur um Profi-/Leistungsfußball?

    Es mag eine zynisch klingende Feststellung sein - aber Sport hat in der Breite so viel gesundheitsfördernde Wirkung, dass sich vermutlich sogar die Krankenkassen dafür einsetzen würden, Sport unter Inkaufnahme von Corona-Problematik wieder zuzulassen.

    Für den Amateur- und Hobbybereich muss es eine gewisse Orientierung geben. Wenn wir darüber reden, dass es vielleicht(!) Ende 2021 oder erst 2022 einen Impfstoff gibt (plus die Zeit, bis flächendeckend geimpft ist!) ... soll der Fußball bzw. der gesamte Sport solange ruhen? Das geht nicht.

    Na ja, aber so langsam kommt man - unabhängig von der Virusentwicklung - an die Grenze dessen, was für eine Beendigung der Saison zum 30.06. noch gerade eben so machbar wäre. Sowohl sportlich als auch finanziell.

    Ich sehe allerdings immer noch kein Szenario, das die Spieler selbst irgendwie gesundheitlich schützen könnte. Fußball ist nunmal ein Kontaktsport.

    Neuer will wohl 20 Mio. pro Jahr(!). Sorry, aber bei allem, was man über dieses perverse Geschäft längst weiß ... warum? Was macht für einen Multimillionär den Unterschied, ob er 10, 15 oder 20 Mio. pro Jahr verdient bekommt? In einer Lage wie aktuell ist das natürlich zusätzlich ein emotionales Thema.

    Solche Summen sind einfach total absurd. Das ist sogar eine Liga oberhalb von Sozialneid.

    Da schiene mir für Sky aber auch sehr riskant. a) Kann die DFL - Stand heute - noch gar kein "Produkt" für einen präzise benennbaren Zeitraum anbieten (von möglichen Klub-Pleiten mal ganz abgesehen), b) könnte auch Sky die Auswirkungen der Krise in Form von rückläufigen Abonnenten-Zahlen zu spüren bekommen.

    Eine solche globale Krise hat die Menschheit – zumindest in meiner begrenzten Bewusstseinsspanne - noch nie erlebt!

    Ob es denn so eine wird, wird sich auch erst im Nachhinein zeigen. Es gibt durchaus auch die Gefahr, dass wir nach einem Jahr über "nur" 10.000 Tote (in Dtld.) reden (und vielleicht gleichzeitig über 20.000 "Kollateral-Tote"). Und dann wird es heißen: "War es das wert"? Samt aller, die es vorher schon besser wussten.

    Mit einer Einordnung/Bewertung sollte man vorsichtig sein. Dass heftige Folgen für die gesamte Welt spürbar werden, die wir alle noch lange Zeit merken werden, steht aber jetzt schon außer Frage.

    Schönes Zitat vom Erzgebirgs-Führer:

    Zitat

    "Wenn wir diese Mammutaufgabe bewältigen, wird es eine brutale Marktbereinigung geben und Fußballer werden dankbar sein, in Aue spielen zu dürfen."

    Natürlich müsste es jeden gruseln, im Schacht spielen zu müssen. Aber inhaltlich hat er vermutlich Recht. Der Markt wird sich wohl zu Ungunsten der Spieler verschieben.

    Gerade in einer Krise 50+1 zu kippen, wäre doch der (endgültige) Todesstoß für den Fußball. Dann gehen die "normalen" Klubs vor die Hunde - und es gibt nur noch jene, die von ihren Neueignern getrieben werden. Dann sollte man die Rest-Bundesliga gleich mit der Premier League fusionieren.